30. Juli – 06. August 2011

Geniale 8-Tages Tour im Länder-Dreieck Österreich – Schweiz – Italien

(Ischgl – Scuol – Celerina – Bernina – Livigno – Bormio – St. Caterina – Grosio – Tirano – Bernina – Celerina – Sammnaun – Ischgl)

Unser diesjähriger Bikeurlaub führte uns von Ischgl ins Alta Rezia, einer herrlichen Mountainbike-Region, welche die Gebiete des schweizerischen Oberengadins und des östlichen Teils der italienischen Provinz Sondrio (Lombardei) umfaßt. Neben MAC Scheu (Michael, Albert & Christian) war in diesem Jahr auch Martin Z. mit dabei.
Um einen möglichst hohen Anteil an Single-Trails fahren zu können entschlossen wir uns diesmal zu einem Freeride AlpX, d.h. wir ließen uns häufig von Seilbahn, Zug und Shuttle nach oben bringen. So konnten wir fast 75 km Single-Trails genießen, ein Strecken-Anteil von über 20 % der mit reiner Muskelkraft kaum zu bewältigen gewesen wäre.

Bitte beachtet beim Befahren die DIMB-TrailRules!

Gesamt-Daten:
Entfernung:342 km
Uphill:5.668 Hm
Downhill:19.430 Tm

30. Juli 2011

Ischgl – Scuol

Nach einer frühen Anreise nach Ischgl, wo wir das Auto stehen ließen, fuhren wir morgens kurz nach 9:00 Uhr mit der Silvrettabahn und der Flimjochbahn hinauf auf knapp 2.760 m zum Viderjoch.
Von hier ging es nochmal teils steil hinauf über die Bergstation der Idjochbahn zur Greitspitze. Von dort fuhren wir auf herrlichem Grenzkamm-Trail hinüber zum Salaaser Kopf um anschließend über den Salaaser Trail und den Zeblas-Trail hinunter zur Gampenalpe zu fahren (bzw. zu schieben). Leider war der Weg hier durch den vielen Regen der letzten Wochen und durch das herumlaufende Weidevieh total aufgeweicht und schlammig, so daß wir große Teile schieben mußten und wir und unsere Bikes bereits nach wenigen Stunden völlig verdreckt waren!
Nach der Gampenalpe ging es weiter hinunter ins Fimbatal und dort auf befestigtem Weg weiter hinauf zur Heidelberger Hütte. Leider begann es auf dem Weg dahin zu regnen, sodaß wir gerne in der Hütte einkehrten um uns aufzuwärmen und zu stärken.
Nach der Heidelberger Hütte begann dann eine lange Schiebepassage im Regen hinauf zum Fimbernpaß. Von dort aus ging es abwärts über Griosch und Zourt über zwei wackelige Hängebrücken und schöne Trails durchs Val Sinestra über Sent bis nach Scuol. Hier übernachteten wir in der „Luxusherberge“ Hotel Quellenhof im 4-Bett Zimmer mit Dusche und WC auf dem Gang, aber für Schweizer Verhältnisse relativ günstig.

Tour- und GPS-Daten:
Entfernung:42 km
Uphill:1.150 Hm
Downhill:2.566 Tm
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31. Juli 2011

Scuol – Celerina

Am zweiten Tag fuhren wir zunächst mit der Seilbahn Motta Naluns in Scuol hinauf auf 2.140 m Höhe . Von hier aus führte uns ein wunderschöner Höhenweg mit tollen Ausblicken wieder hinunter nach Ftan und auf kleinen Nebenstraßen immer nördlich der Hauptstraße schließlich hinunter ins Inntal nach Lavin.
Dort überquerten wir den Inn und fuhren auf der Via Engadina, einem schönen Radlweg, immer am Inn entlang über Susch nach Zernez, wo wir eine ausgiebige Mittagspause einlegten.
Weiter ging es jetzt wieder nördlich des Inns über Brail nach Cinuos-Chel. Da es schon relativ spät war und wir noch einige Kilometer vor uns hatten, entschloßen wir uns ab hier die vorgesehene Route zu verlassen und über Zuoz, Madulain, Bever und Samedan immer Inn-aufwärts auf Teerstraßen nach Celerina in unser vorgebuchtes Hotel-Restaurant „Alte Brauerei“ zu pedalieren.
Insgesamt eine landschaftlich sehr schöne aber fahrtechnisch recht unspektakuläre Tagespassage, die man bei Bedarf und Zeitmangel auch mit dem Zug abkürzen könnte.

Tour- und GPS-Daten:
Entfernung:65 km
Uphill:1.045 Hm
Downhill:1.426 Tm
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01. August 2011

Celerina – Livigno

Am dritten Tag stand mit dem Sulvrettapaß, dem Val Sulvretta und dem Val Bever Vormittags gleich ein erstes Highlight auf dem Programm. Im Tal bei dichten Wolken gestartet kamen wir mit der Seilbahn Marguns bei strahlendem Sonnenschein auf der Bergstation auf knapp 2.300 m Höhe an.
Von hier aus führte uns die Schotterpiste meist noch gut fahrbar weiter bergauf vorbei am kleinen Bergsee Lej Alv zur Corviglia, der Bergstation der Zahnradbahn aus St. Moritz. Nach weiterem Anstieg auf Schotterstraße bis auf knapp 2.700 Meter ging der Weg schließlich in einen wunderbaren Single-Trail über, der dann leicht abwärts zum Pass Suvretta führt. Hier biegt man nach rechts ins Val Suvretta ein und fährt auf einem herrlichen, immer fahrbaren Single-Trail Richtung Norden.
Den Höhepunkt des Trails bildet die wunderschöne Serpentinen-Trailabfahrt hinunter ins Val Bever, wo man auf ca. 2.100 m Höhe wieder auf eine Schotterstraße trifft. Auf diesem Weg rauschten wir nun vorbei am Bahnhof Spinas, wo die räthische Bahn in den Tunnel Richtung Albula abtaucht, wieder hinunter ins Inntal nach Bever.
Von Bever aus nahmen wir denn die rhätische Bahn, die uns und unsere Bikes über Pontresina, Morteratsch und Diavolezza hinauf zum Lago Bianco am Berninapaß brachte. Nach einem kurzen Anstieg auf der Paßstraße führte uns der Weg wiederum auf tollen Trails hinunter ins Val di Gess von wo aus wir der Teerstraße hinauf zur Forcola di Livigno, dem Grenzübergang nach Italien folgten.
Von hier aus ging es wieder weiter auf Single-Trails und Feldwegen hinunter ins Valle Forcola und auf wunderschönen Trails durch den Wald tendenziell bergab aber immer wieder rauf und runter bis ins belebte Livigno in das sehr schöne Hotel Concordia.

Tour- und GPS-Daten:
Entfernung:48 km
Uphill:1.128 Hm
Downhill:2.027 Tm
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02. August 2011

Livigno – Bormio

Den vierten Tag starteten wir zunächst mit zwei Abfahrten am Mottolino Fun Mountain, dem Bikepark von Livigno. Hinauf ging’s mit der Gondel und hinunter einmal auf der blauen (na ja) und einmal auf der roten Piste mit super Trails!
Hier mußte Martin lernen, daß man nicht nur beim Trail fahren, sondern auch beim Aussteigen aus der Gondel einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt ist. An einer Metallrampe ist er böse umgeknickt und wir befürchteten schon das Schlimmste. Mit ein paar Eisbeuteln ging es dann aber wieder und auch im weiteren Tour-Verlauf machte ihm der Fuß Gott sei Dank nur noch geringe Probleme.
Nach der dritten Gondel-Auffahrt machten wir uns dann schließlich auf den Weg nach Trepalle, wo der Weg links ab und in einen tollen Trail übergeht. Nach ein paar Schiebepassagen und schönen Trail-Abschnitten kamen wir zum Passo Trela und fuhren weiter auf Single-Trail und schließlich Schotterstraße hinunter zum Lago di San Giacomo und zum Lago di Cancano.
Am Südufer der beiden Seen entlang fuhren wir bis Cancano, dort rechts ab am Lago Delle Scale vorbei bis zur beeindruckenden Serpentinenabfahrt hinunter ins Tal. Die Serpentinen kürzten wir wo möglich durch kleine, teilweise schwierig zu fahrende, Single-Trails ab und fuhren schließlich auf schönen Trails hinunter ins Tal und weiter Richtung Bormio wo wir nach einem Eis in der Altstadt im Hotel Olimpia eintrafen.
Jetzt war noch technischer Service an den Bikes incl. neuer Bremsbeläge angesagt. Danach Duschen, gutes Essen ein kleiner Spaziergang und ein kühles Weißbier auf der Terasse des Hotels am ersten wirklich lauen Sommerabend auf der Tour.

Tour- und GPS-Daten:
Entfernung:41 km
Uphill:610 Hm
Downhill:2.847 Tm
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03. August 2011

Bormio – Sta. Caterina

Am Tag 5 brachte uns die Seilbahn von Bormio gleich mal hoch hinaus zur Bergstation von Bormio 3000 (3.012 m).
Die Sicht von hier oben ist unbeschreiblich, muss man selbst erlebt haben! Die Abfahrt von Bormio 3000 über die Bochetta di Profa und durch das Val Sobretta hinunter nach Sta. Caterina gehört jedenfalls zu den absoluten Highlights dieser 8 Tage! Single-Trails vom Allerfeinsten, teils recht anspruchsvoll, mit ein paar kurzen Schiebepassagen (jedenfalls für die meisten von uns :-), tolle Blicke und dazu der erste und einzige Platten der Tour.
Nach früher Ankunft im Hotel Sport in Sta. Caterina um kurz vor 14 Uhr war der Tag aber noch nicht zu Ende! Oh nein, ein weiteres Highlight stand auf dem Programm: Mit leichten Rucksäcken wurden wir nun von einem Land Rover Shuttle auf teils abenteuerlichen Wegen über das Rifugio Forni hoch hinauf bis zum Rifugio Pizzini auf 2.700 m Höhe gefahren.
Von hier aus führte uns ein Traumtrail durchs Val de Forni mit sensationellen Panoramen auf die Forni-Gletscher im Süden des Ortler wieder hinunter nach Sta. Caterina wo wir rechtzeitig vor einem starken Gewitter wieder im Hotel Sport eintrafen. Zu Abend aßen wir mit zwei großen Gruppen Alpencrossern und nach ein paar Bierchen fielen wir trotz der wenigen selbst gefahrenen Höhenmetern ziemlich müde in die Betten.

Tour- und GPS-Daten:
Entfernung:42 km
Uphill:400 Hm
Downhill:2.552 Tm
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04. August 2011

Sta. Caterina – Grosio

Am nächsten Morgen war es wieder trocken und wir fuhren von Sta. Caterina aus mit der Seilbahn Plaghera auf ca. 2.650 Meter hinauf ins Sunny Valley. Eine vermeindliche Abkürzung brachte uns eine kleine Schiebepassage ein und als wir wieder auf dem geplanten Track waren, ging es auf einem alten Militärtrail hinunter zum Passo dell‘ Alpe. Dann fuhren wir durch das Val di Rezzalo lange bergab hinunter ins Valtellina. Hier folgten wir nun dem Radweg nach Grosio und kamen gegen 12:30 in unserem Hotel Sassella an wo wir wieder unsere Rucksäcke erleichterten und den nächsten Shuttle hinauf zum Passo Mortirolo bestellten.
Der kam auch nach ca. 20 Minuten und fuhr uns und unsere Bikes über den Passo Mortirolo weiter hinauf bis auf 1.900 m zur Abzweigung zum Monte Varadega. Von hier aus waren es dann nochmal ca. 1,5 h zu Fuß bzw. in den Pedalen bis wir am Einstieg zum berühmten Tornantissima-Trail ankamen. Eine herrliche Aussicht ins Valtellina und auf die umliegenden Berge belohnte den Aufstieg auf knapp 2.500 m und vor uns lag der berühmte Trail mit seinen angeblich 72 Spitzkehren (wir haben nicht mitgezählt) hinunter auf ca. 700 m. Der Trail ist im oberen Teil sehr schmal und ausgesetzt – also nichts für ängstliche Naturen! Dann folgt ein recht grober Teil, der nicht besonders schön zu fahren ist bis es dann im Wald etwas flowiger wird. Die zweite Hälfte verläuft dann meist im Wald und führt in unzähligen Kehren langsam aber sicher wieder hinunter in Richtung Tal. Für das letzte Stück haben wir vermutlich nicht die optimale Abfahrt gewählt: Ein teils steiler, mit groben Steinen belegter alter Karrenweg, der wegen der Nässe teilweise extrem rutschig war. Hier sollte man sich eine alternative Abfahrtmöglichkeit ins Tal suchen. Trotz einiger Stürze und Schrammen kamen wir ohne größere Blessuren schließlich wieder im Hotel Sassella in Grosio an, wo wir uns in der Sauna und im Whirlpool von der anstrengenden Abfahrt erholen konnten.

Tour- und GPS-Daten:
Entfernung:42 km
Uphill:806 Hm
Downhill:4.039 Tm!
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05. August 2011

Grosio – Bernina – Poschavio – Celerina

Am vorletzten Tag rollten wir morgens erstmal auf dem Radweg von Grosio nach Tirano. Leider fing es dabei an zu regnen, so dass wir wieder mal unsere Regenjacken anziehen mussten :-(.
In Tirano am Bahnhof kauften wir uns Zugfahrkarten und stiegen in die rhätische Bahn, die uns wieder zum Berninapass (2.200 m) hinauf brachte. Von hier aus fuhren wir Richtung Süd-Ost am Lago Bianco entlang wieder zurück bis zum Bahnhof Alp Grüm (sinnvollerweise kann man auf der Bergfahrt auch gleich hier aussteigen!). Gott sei Dank hatte es aufgehört zu regnen! Von Alp Grüm, wo man einen herrlichen Ausblick auf den Piz Palü mit seinem imposanten Gletscher und weit hinunter ins Puschlav hat, führt der Bernina-Freeride Express, ein toller Single-Trail der immer wieder die Bahntrasse quert wieder hinunter bis nach nach Poschavio (ca. 1.000 m). Man sollte allerdings auf der ausgeschilderten MTB-Route bleiben und nicht wie wir kurz nach dem Bahnhof Alp Grüm rechts hinunter zum Gletscher-See fahren! Der dort folgende Single-Trail hinunter nach Cavaglia ist besonders bei Nässe zu großen Teilen unfahrbar!
Die restlichen Trails sind dann allerdings ein Gedicht! In Poschavia angekommen bestiegen wir erneut den Zug und ließen uns wieder hinauf zum Bernina fahren. Diesmal ging es weiter Richtung Nord-West über Diavolezza, Morteratsch und Pontresina auf einem wunderschönen Radweg wieder zurück ins Engadin nach Celerina in das uns schon bekannte Hotel „Alte Brauerei“.

Tour- und GPS-Daten:
Entfernung:53 km
Uphill:398 Hm
Downhill:2.282 Tm
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06. August 2011

Celerina – Sammnaun – Ischgl

Tja, alles geht zu Ende und so war auch bei uns schon wieder der letzte Tag gekommen, der ganz im Zeichen der Rückreise stand.
Zunächst ging es morgens mit dem Rad zum Bahnhof nachSamedan. Hier nahmen wir den Zug, der uns das Inntal hinab wieder nach Scuol brachte. Am Bahnhof Scuol stiegen wir um in den Postbus 921 nach Sammnaun. Der Bus hat hinten eine etwas abenteuerlich anmutende Aufhängung für die Fahrräder (max. Platz für 6 Bikes!). Trotz anfänglicher Bedenken hielten die Bikes jedoch sehr gut und kamen wohlbehalten in Sammnaun an.
Nach kurzer Mittagseinkehr in Sammnaun stiegen wir in die doppelstöckige Seilbahn zum Alptrider Sattel, fuhren ein kurzes Stück zur Alp Trida ab und ließen uns mit dem Sessellift wieder hinauf zum Flimjoch bringen wo unsere Tour vor 7 Tagen begonnen hatte.
Dort angekommen ging es dann auf dem begeisternden Veliltrail wieder zurück nach Ischgl wo wir unsere Bikes auf das Auto packten und wieder zurück nach München fuhren.

Tour- und GPS-Daten:
Entfernung:19 km
Uphill:131 Hm
Downhill:1.691 Tm
Ausgewählte Fotos:
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Fazit: Geniale 8-Tages Tour mit Wahnsinns-Trails, toller Hochgebirgs-Landschaft, viel Bergauf-Shuttles und hohem Downhill-Anteil.
Vielen Dank an meine 3 Mitfahrer und Respekt vor Martin, der das alles mit einem Hardtail mitgefahren ist :-).

Video:
Freeride AlpX Alta Rezia - 30. Juli – 06. August 2011

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