13. – 14. August 2017

Geniale BBS-Tour mit Übernachtung unter’m Millionen-Sterne-Zelt

Schon lange einmal wollten wir nach der tollen Beschreibung von Andreas auf freeride.today die Tour zur Gehrenspitze machen. Da die Wetteraussichten gut waren und wir sowieso mal wieder eine Berg-Übernachtung vorhatten, teilten wir die Tour auf zwei Tage auf und nutzen den Sonntag und den freien Brückentag am Montag für eine Biwak-Tour.

Am Sonntag nach dem Essen fuhr ich los und traf mich in Forstenried mit Sebastian. Gemeinsam ging es weiter nach Leutasch zum Ausgangspunkt der Tour, wo wir uns mit Hans-Jörg und Michael trafen.
Nachdem das viele Gepäck am Bike und in den Rucksäcken verstaut war, fuhren wir gegen 15:30 los. Die Auffahrt auf der Forststraße ist bis kurz unterhalb der Wettersteinhütte gut fahrbar, wird dann aber stellenweise sacksteil und war für uns nur noch schiebend zu bezwingen.
Auf der Wangalm legten wir eine Pause ein und löschten unseren Durst mit einem alkoholfreien Weißbier.

Bald danach ging es weiter und von nun an hieß es die Fahrräder auf dem schmalen Bergpfad tragen bzw. schieben. Stetig ging es im Tal des Klammbach bergauf und schon bald kamen die Zwischenziele Scharnitzjoch und Erinnerungshütte in Sicht. Langsam wurde es Zeit einen geeigneten Schlafplatz zu suchen aber an der Erinnerungshütte blies der Wind ziemlich unangenehm und der begrenzte Platz im Windschatten der Hütte war keine Wiese sondern Kies mit vielen scharfkantigen Steinen bei denen wir Angst um unsere Isomatten hatten.

Wir gingen bzw. fuhren also noch ein Stück bergauf Richtung Gehrenspitze und hielten nach geeigneten Plätzen Ausschau aber ebene Grasflächen sind hier oben Mangelware. Eine große Schafherde begleitete uns teilweise auf unserem Weg und schließlich erspähten wir ca. 100 Höhenmeter unter uns südseitig einen kleinen grünen Wiesenkessel oberhalb des Latschenbewuchses. Das sah von hier oben nach einem geeigneten Schlafplatz aus (auch wenn kein Weg dorthin führte). Wir stiegen bzw. fuhren also ausnahmsweise über die Schafwiesen hinunter und befanden den Platz zur Übernachtung für gut geeignet (auch wenn eine Schaf-Scheiße-freie Stelle nur schwer zu finden war).

Da wir alle mächtig Hunger und Durst hatten, packten wir als erstes unsere mitgebrachte Brotzeit und die Getränkevorräte aus. In warme Jacken eingepackt (es war schon recht kühl hier oben), setzten wir uns auf die Felsblöcke oberhalb des Wiesenkessels, genossen die wunderbare Aussicht und ließen uns die Brotzeit und das mitgebrachten Bier schmecken. Schließlich richteten wir die Nachtlager her und saßen danach noch bei Bier und Rotwein zusammen und bewunderten die untergehende Sonne und die hereinbrechende Nacht.

Als alle Vorräte geleert waren verkrochen wir uns schließlich in die wärmenden Schlafsäcke und schauten noch lange in den faszinierenden Sternenhimmel, wo wir die eine oder andere Sternschnuppe bewundern und z.T. auch fotografieren konnten (sh. Bilder von Michl und Hans-Jörg).

Bitte beachtet beim Befahren die DIMB-TrailRules!
Miteinander statt gegeneinander – es geht wenn man will!

Tour-Daten:

Entfernung:21 km
Uphill:1.270 Hm
Downhill:1.270 Tm

GPS-Daten:

Da ich meine GPS-Aufzeichnung versehentlich gelöscht habe verlinke ich hier diesmal zum Track von freeride.today.

Nach wie immer etwas unruhigem Schlaf in ungewohnter Umgebung weckte uns Hans-Jörg wie vereinbart bereits um 4:00 Uhr wieder auf, schließlich wollten wir zum Sonnenaufgang auf der Gehrenspitze sein!
Wir packten also unsere Utensilien wieder zusammen, verstauten sie an den Bikes und an/in den Rucksäcken und stiegen im Schein der Stirnlampen die 100 Höhenmeter bis zum Weg wieder hinauf. Diesem folgten wir dann weiter Richtung Gehrenspitze. Nachdem der Weg abschnittsweise doch recht schwierige Stellen aufwies, entschlossen wir uns auf einer Höhe von ca. 2.200 m die Bikes abzulegen und ohne Übergepäck zum Gipfel aufzusteigen. Lediglich Sebastian wollte es wissen und trug sein Fahrrad weiter fast bis zum Gipfel hinauf (um es danach wieder fast die ganze Strecke hinunter zu schieben 😉 ).

Ein Stück vor dem Gipfel wurde es bereits hell, so dass wir unsere Stirnlampen ausschalten konnten und bald erreichten wir rechtzeitig vor dem Sonnenaufgang das Gipfelkreuz der Gehrenspitze auf 2.367 m. Wir suchten uns eine einigermaßen windgeschützte Stelle und setzten in der Bialetti Kaffee auf. Mit dem frisch aufgebrühten Kaffee genossen wir das mitgebrachte Frühstück und den herrlichen Sonnenaufgang sowie die Blicke auf die umliegenden Berge und ins Tal.

Nach ausgiebigem Genuss der einmaligen Stimmung am Gipfel und nachdem die Sonne die ersten wärmenden Strahlen verbreitete, packten wir wieder zusammen, machten uns auf den Abstieg zu den Fahrrädern und fuhren schließlich weiter auf dem tollen Grat, an unserem Schlafplatz von letzter Nacht vorbei, hinunter zur Erinnerungshütte. Durch die große Schafherde hier oben waren die Wege ziemlich versaut und schon bald gab ich es auf mir eine Spur zwischen den Schafscheiße-Haufen zu suchen. Wir fuhren aber extrem langsam, um ein Hochspritzen möglichst zu verhindern. Nichtsdestotrotz waren die Bikes hinterher entsprechend eingesaut und ich war froh, dass das Rad hinterher auf den Heckträger und nicht wie bei Michl in den Innenraum kam.

Von der Erinnerungshütte ging es hinunter zum Scharnitzjoch und durch das Puittal Richtung Osten weiter bergab. In den oberen 2/3 des Tales ist die Abfahrt z.T. recht beschwerlich, an vielen Stellen muss man absteigen, viele nasse, schlammige und verblockte Stellen zwingen einen aus dem Sattel, so dass kein rechter Flow aufkommt. Dieser stellt sich aber dann im letzten Drittel bis zum Weidegatter um so mehr ein! Mit hohem Tempo fährt man über die Wege und kommt mit einem breiten Grinsen im Gesicht am Gatter an. Ab hier wird es dann technisch deutlich anspruchsvoller. In vielen Spitzkehren und über unzählige Holzstufen führt der Bergpfad wieder hinunter ins Tal. Schließlich rollten wir nördlich vom Leutascher Ortsteil Gasse wieder zurück zum Sportplatz in Leutasch, wo unsere Autos abgestellt waren.

Auf dem Rückweg kehrten wir noch auf der Gröblalm bei Mittenwald ein und schließlich fuhren wir Mittags wieder zurück nach München.

Das Berg-Biwak war wieder einmal ein ganz besonderes Erlebnis und sollte eigentlich viel öfter auf dem Programm stehen!
Vielen Dank an meine Begleiter Hans-Jörg, Michl und Sebastian für’s dabei sein! Es war ein Traum!

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