09. August 2020

Geniale Runde in den grenznahen Südtiroler Bergen am Brenner

Es wurde mal wieder Zeit für eine „ausgewachsene“ Biketour und so hatten wir uns nach Anregung von Freeride Inc. Austria für den Wolfendorn im italienisch-österreichischen Grenzgebiet am Brenner entschieden. Da viele Höhenmeter zu erwarten waren, wollten wir die Tour mit den E-Bikes versuchen. Matthias hatte nach meinem Aufruf sofort zugesagt und Hans-Jörg und Wolfi sagten ihr geplantes Gipfel-Biwak ab, um ebenfalls mit dabei zu sein.

Um dem Ausflugsverkehr zuvor zu kommen und um genügend Zeit zu haben, startete ich mit Matthias bereits um 4:30 in München und wir trafen uns schließlich mit Hans-Jörg und Wolfi zum Frühstück beim Lanz am Brenner. Die Beiden kamen etwas später aber wir hatten ja genügend Zeit eingeplant. Nach einem ausgiebigen Frühstück parkten wir dann die Autos um und machten uns fertig für die Auffahrt, die wir gegen 7:45 direkt vor dem Lanz auf ca. 1.370 m starteten.

Heute waren wir ja ausnahmsweise mal alle elektrifiziert unterwegs und so kamen wir natürlich recht flott voran. Die Forststraße zieht sich anfangs moderat, später ziemlich steil und holprig immer weiter hinauf Richtung Flatschjoch (2.395 m). In der morgendlichen Frische war es noch sehr angenehm zu pedalieren aber da wir mit den Akkus haushalten wollten, kamen wir auch mit den E-Bikes durchaus ins Schwitzen. Kurz nach 9:00 waren wir am Flatschjoch, der Gipfel des Wolfendorn lag schon länger gut sichtbar als Zwischenziel vor uns. Ein ganzes Stück weit ging es dann noch gut zu fahren, doch ab ca. 2.600 m mussten wir immer öfter aus dem Sattel und schieben. Schließlich hatten wir ziemlich genau um 10:00 Uhr den Gipfel des Wolfendorn (Spina Del Lupo – 2.776 m) erreicht und die ersten 1.400 Höhenmeter lagen hinter uns.

Kurz vor dem Gipfel waren dann auch bei fast allen die ersten Akku’s leer gefahren und so wurden für den restlichen Tag die Ersatz-Akkus eingebaut. Sehr ausgiebig genossen wir den Gipfel-Aufenthalt mit den atemberaubenden Ausblicken in die rundum liegenden Alpengipfel und obwohl es noch etwas früh war, gab es natürlich ein Gipfel-Radler und eine Brotzeit.

Nach über 1 1/2 Stunden am Gipfel machten wir uns schließlich fertig für die Abfahrt, die zunächst ein kurzes Stück der Auffahrts- / Austiegsroute folgte. An der Abzweigung Richtung Europahütte auf 2.660 m folgten wir dem Weg Nr. 3 nach links, der zunächst nur zum Teil fahrbar unterhalb der steilen Felsflanke des Wolfendorn vorbei immer an der Grenze zu Österreich Richtung Nord-Osten führt (ACHTUNG! Steinschlag-Gefahr!). Ein Stück mit wunderbarem Panorama ist der gebaute Weg dann gut fahrbar aber bald führt dieser in einen tiefen Graben, in dem der gebaute Vallo Alpino dem Zahn der Zeit nicht standhalten konnte. Über groben Schotter und große Steinabbrüche führt der „Weg“ großteils unfahrbar durch eine weite Flanke bergab bevor er als 5B gekennzeichnet wieder wunderschön mal technisch, mal flowig hinunter zur Grubbergalm führt.

Ein kurzes Stück auf der Forststraße geht es bald wieder rechts ab in den Trail, der jetzt zum Sahnestück wird und über eine steile Treppe zur Straße und weiter in zahlreichen Spitzkehren durch den steil abfallenden Wald hinunter nach Grube führt (5A). Auf der Teerstraße rollten wir bergab bis zum Hotel Kranebitt, wo wir gegen 13:30 eine kurze Pause einlegten um uns bei Apfelstrudel, Kaffe und alkoholfreiem Weißbier ein wenig zu stärken.

Der Tour von Freeride Inc. folgend wäre es jetzt 500 Tiefenmeter primär auf Teerstraße bis hinunter nach Sterzing gegangen, um anschl. wieder über 400 Höhenmeter zum Brenner hinauf zu treten. Da mußte es doch eine Alternative geben!? Wir studierten die Karte und entschieden uns, auch weil wir alle noch fast volle Zweit-Akku’s in den Bikes hatten, dafür auf der Teerstraße vorbei an Kematen bis Wieden zu rollen, dort aber noch den Anstieg hinauf zum Schlüsseljoch in Angriff zu nehmen, um dann vorbei an der Enzianhütte den Ziroger Höhenweg zu fahren.

Bitte beachtet beim Befahren die DIMB-TrailRules!

„Miteinander statt gegeneinander – es geht wenn man will!“
#noshortcuts #noscidmarks #respectthetrail

Tour-Daten:

Entfernung:ca. 34,3 km
Bergauf:ca. 2.160 Hm
Bergab:ca. 2.160 Tm

GPS-Daten:

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Gesagt, getan! Bei der Auffahrt zum Schüsseljoch kamen uns ein paar wenige Biker entgegen und einen, der mit seinem Analog-Bike ebenfalls zum Schlüsseljoch hinauf wollte, überholten wir bergauf. Diesen beneidete ich nicht wirklich, denn die knapp 800 Höhenmeter auf z.T. sehr steilem Weg mit häufig grobschottrigem Untergrund werden wohl für die wenigsten Biker komplett fahrbar sein. Mit dem E-Bike jedoch war die Auffahrt ein Traum! In ca. einer Stunde waren wir oben am Joch und machten auch hier nochmals eine kurze Pause bevor wir dem Weg Nr. 4 in westlicher Richtung bergab folgten. Dieser scheint recht wenig begangen zu sein, vielfach muss man sich den Weg suchen, er ist recht schmal, z.T. ziemlich verblockt und stellenweise mit Alpenrosen zugewachsen.

Dies wurde mir dann leider auch zum Verhängnis. In flotter Fahrt knallte ich mit dem Fuß, besser gesagt mit dem kleinen Zeh, gegen einen in den Alpenrosen versteckten Stein und konnte einen Sturz gerade noch verhindern. Der Zeh aber tat ziemlich weh und wie sich später herausstellte, hat es mir dabei den kompletten Zehennagel vom Zeh gerissen, eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit! 🙁 Auf der Forstraße angekommen folgten wir dieser schließlich nochmal ein Stück bergauf, fuhren an der Enzianhütte und an der Leitner Alm vorbei und auf dem Ziroger Höhenweg (Nr. 11), der später zu einem schönen Flowtrail wird weiter, bis wir wieder auf die Forstraße trafen, die wir in der Früh heraufpedaliert waren. Hier ging es nochmal ganz kurz bergauf, bevor wir an der Luegeralm links in den letzten Trail (Nr. 12) abbogen, der uns dann nochmals sehr spaßig wieder bergab führte und am Gasthof Wolf wieder auf der Teerstraße ausspuckte.

Diese rollten wir schließlich wieder bergab und pedalierten die restlichen Meter zurück bis zu den Autos, wo wir kurz nach 17:00 Uhr wieder ankamen. Anschließend zogen wir uns um, packten unsere Bikes und Klamotten an / in die Autos und gönnten uns nochmal eine kurze Erfrischung beim Lanz bevor wir die Heimreise antraten.

Ein sehr genialer E-Bike-Tag mit herrlichen Auf- und Abfahrten sowie tollen Ausblicken und Panoramen war zu Ende. Danke an Matthias, Hans-Jörg und Wolfgang für’s dabei sein!
Ich hoffe, dass ich mit meinem kaputten Zeh bald wieder in einen Bike-Schuh passe!
Danke auch an Freeride Inc. Austria für Eure genialen Inspirationen durch Eure Videos und Berichte! Das Video zu dieser Tour von Freeride Inc. gibt es hier!

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