12. – 14. Juli 2019

3 Tage Bike-Bergsteigen im schönsten Gebirge der Welt

Nachdem unser Fanes-Trip im September 2018 (Bericht siehe hier) ein voller Erfolg war und sich die Bilder und Panoramen in unsere Köpfe eingebrannt hatten, wollten wir in diesem Jahr unbedingt eine Neuauflage machen. Da wir nicht bis September warten wollten, ging es dieses Jahr schon im Juli nach St. Vigil.

Ich startete am Freitag früh morgens um 4:30 Uhr und sammelte in München Matthias und Michl auf. Gut 2 Stunden später trafen wir uns beim Lanz am Brenner mit Wolfi, Basti und dem anderen Matthias zum schon traditionellen, gemeinsamen Frühstück.

Danach fuhren wir weiter ins Pustertal, nach St. Vigil und weiter bis zur Pederühütte im Rautal, wo wir auch in diesem Jahr wieder unser „Basislager“ aufschlugen.

Matthias war wieder mit dem E-Bike dabei, Basti weihte sein neu aufgebautes Hardtail ein und auch der Rest der Truppe war analog unterwegs. Um 9:20 waren wir an der Pederühütte angekommen und bereit für die ersten Bike-Tag.

Bitte beachtet beim Befahren die DIMB-TrailRules!

„Miteinander statt gegeneinander – es geht wenn man will!“

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Gesamt-Daten:

Entfernung:64 km
Uphill:3.900 Hm
Downhill:4.175 Tm

12. Juli 2019

Zum Bivacco della Pace

Für den ersten Tag stand das Bivacco della Pace auf dem Programm. Dort oben war ich vor ziemlich genau 6 Jahren zum ersten Mal bei einem Trail-Camp mit TrailXperience und schon damals völlig fasziniert von diesem magischen Ort. Bis dahin war es aber noch ein weiter Weg. Wir fuhren also zunächst auf der Schotterstraße von der Pederü-Hütte die lange Auffahrt bis zur Fanes-Hütte hinauf. Für diese gut 600 Höhenmeter benötigte ich ca. 1:15 h, (die anderen waren z.T. deutlich schneller oben) und als 1. Belohnung gab es auf der Hütte erst einmal einen Cappuccino.

Danach ging es die sacksteile Auffahrt hinauf zum Limojoch, vorbei am Limosee, einen ersten Trail hinunter Richtung Grand Fanes, an dieser vorbei und rechts in die Fanes-Hochebene (das schönste Hochtal, das ich in den Alpen kenne!). Nach kurzer Wegstrecke zweigt links der Pfad Nr. 17 ab, der bis zur Abzweigung führt, an der wir letztes Jahr links zum Monte Vallon Bianco abgebogen sind. Dort legten wir auch in diesem Jahr eine kurze Pause ein, bevor wir diesmal rechts Richtung Bivacco weiter fuhren bzw. trugen.

Das Wetter war bewölkt, ab und zu kam die Sonne raus und auf einer Höhe von 2.270 m, wo wir an den schrägen Felsplatten noch eine Fotopause eingelegt haben, hatte es noch eine Temperatur von 24 °C. Wir fuhren ein Stück weiter, doch schon bald kamen die Bikes wieder auf den Rucksack und wir wanderten dem Bivacco della Pace entgegen. Auf ca. 2.500 m legten wir nochmal eine kurze Pause ein, hier war es jetzt schon deutlich kühler (11 °C) – aber noch ahnten wir nichts Böses. So liefen wir weiter bergauf, bis wir plötzlich ein Grollen hörten, es zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Matthias war schon fast an der Schutzhütte angekommen, wir aber hatten noch ein Stück und zogen unsere Regenjacken an. Inzwischen war die Temperatur bis auf 2 °C gefallen und es fing an zu graupeln! Gott sei Dank war das Gewitter nicht direkt über uns und wir hatten nicht mehr weit bis zur Hütte in der wir uns unterstellen und mit den vorhandenen Decken etwas aufwärmen konnten. Es war aber trotzdem saukalt dort oben und als ich einen Instagramm-Post absetzen wollte, entstand dort der Hashtag #ichkannnichttippenvorlauterzittern 🙂 .

Nachdem wir unsere Brotzeit verspeist, das mitgebrachte Radler getrunken und uns ein klein wenig aufgewärmt hatten, wurde es draußen wieder heller, der Regen hörte auf und schließlich zeigte sich auch die Sonne wieder. Schlagartig war es draußen wärmer als drinnen und so machten wir uns fertig für die Abfahrt. Im ersten Teilstück lag noch ein wenig Schnee, aber schon bald konnten wir wieder fahren und wir genossen den herrlichen Trail, der ohne größere Schwierigkeiten, dafür mit umso mehr Speed und Flow wieder hinunter in die Fanes Hochebene führt.

Tour- und GPS-Daten:

Entfernung:26 km
Uphill:1.485 Hm
Downhill:1.485 Tm

Recht schnell war es wieder so warm, dass wir die Jacken ausziehen konnten und Michl und Wolfi ließen es sich nicht nehmen im Limosee noch ein kurzes Bad zu nehmen. Ich für meinen Teil hatte an diesem Tag genug gefroren und hatte keine Lust mehr auf kaltes Wasser!

Schließlich fuhren wir, vorbei an der Fanes-Hütte, ein Stück auf dem Forstweg und schließlich auf dem super Trail Nr. 7 wieder hinunter zur Pederü-Hütte. Dort kamen wir gegen 18:10 an und es gab auf der Terrasse noch ein verdientes Kaltgetränk (oder waren es zwei?), bevor wir unsere Zimmer bezogen und zum Abendessen gingen. Dabei stießen wir dann nochmal mit einigen Gläsern Rotwein auf den, trotz der Kälte oben am Bivacco, herrlichen ersten Tag an.

Ausgewählte Fotos:

13. Juli 2019

Über die Lavarella-Hütte Richtung Lavarella-Scharte

Nach einer angenehmen Nacht und einem guten Frühstück stand am nächsten Tag eine Explorer-Tour auf dem Programm. Wir wollten von der Lavarella-Hütte hinauf zur Lavarella-Scharte und evtl. weiter auf den Piz Zuber. Um viertel vor 9 starteten wir die bereits vom Vortag bekannte Auffahrt Richtung Fanes-Hütte, bogen jedoch kurz vor dieser rechts ab Richtung Lavarella-Hütte. Dort gönnten wir uns wieder einen Cappuccino und fragten einen Local nach dem empfohlenen Aufstiegsweg, da es zwei Varianten zur Scharte gibt.

Uns wurde der Weg Nr. 12 empfohlen, der hinter der Hütte nach oben, dann nach links und bald durch den Wald mit vielen hohen Stufen ziemlich steil nach oben führt. An ein Fahren oder Schieben war hier auch mit dem E-Bike nicht mehr zu denken, so dass Matthias, wie wir auch, sein schweres E-Bike auf dem Rücken nach oben trug. In diesem Gelände eine ziemlich anstrengende und schweißtreibende Angelegenheit. Wir kämpften uns also Schritt für Schritt weiter nach oben und waren uns schon bald einig, dass wir für die Abfahrt den anderen Weg (Nr. 7) nehmen würden, da die Aufstiegsvariante zum Runterfahren definitiv nicht geeignet war.

Wir legten die eine oder andere Foto- und Verschnaufpause ein, die Landschaft hier oben ist ein Traum! Auf 2.360 m legten wir schließlich eine längere Pause ein, verspeisten unsere mitgebrachten Semmeln und gönnten uns ein Radler. Das Wetter zog immer mehr zu und im Norden wurden die Wolken verdächtig dunkel. Wir machten uns also wieder auf den Weg und fuhren, schoben weiter bis zum Abzweig des Weges Nr. 7, auf dem wir später wieder ins Tal wollten. Matthias und Basti waren schon ein Stück voraus, doch wir entschieden uns auf Grund des bedrohlich aussehenden Himmels dazu hier abzubrechen und direkt rechts Richtung Tal abzubiegen. So trugen wir noch ein Stück bergauf, legten dann unsere Schutzausrüstung an und fuhren schon mal vor ein Stück bergab und dann einen Gegenanstieg hinauf Richtung Osten. Matthias und Basti hatten uns bald eingeholt, auch sie waren umgedreht, als sie bemerkten, dass wir nicht nachkamen.

Schließlich ging es über den steinigen, z.T. ziemlich verblockten Trail Nr. 7 wieder hinunter bis zur Lavarella-Hütte. Wir fuhren noch weiter bis zur Fanes-Hütte und gönnten uns dort ein erstes alkoholfreies Kaltgetränk. Die schwarzen Wolken hatten sich zwischenzeitlich wieder verzogen und es gab doch keinen Regen. Ein wenig bereut habe ich den Abbruch im Nachhinein dann schon, aber nach der Erfahrung am Vortag war es doch ganz vernünftig abzufahren, zumal es dort oben keine Schutzhütte gegeben hätte.

Tour- und GPS-Daten:

Entfernung:18,7 km
Uphill:1.010 Hm
Downhill:1.010 Tm

Wir ließen es uns also auf der Hütte gut gehen bevor wir über den selben schönen Trail wie gestern wieder zur Pederü-Hütte abfuhren. Dort kamen wir dann schon gegen 15:40 Uhr an und gönnten uns auf der Terrasse nochmal diverse Kaltgetränke. Zwischendurch stellten wir, wie schon im Vorjahr, wieder Wolfi’s Auto unten am Kreidesee ab, da wir am nächsten Tag die Tour auf den Muntejella de Senes wiederholen wollten.

Der Abend klang dann nach dem Duschen wieder bei gutem Essen und etlichen Gläsern Rotwein sehr gemütlich aus und schließlich fielen wir alle müde in die Betten.

Ausgewählte Fotos:

14. Juli 2019

Über die Senneshütte auf den Muntejela de Sennes (2.787 m)

Am nächsten Morgen packten wir nach dem Frühstück erstmal die Klamotten und räumten unsere Zimmer. Nach dem Bezahlen verabschiedeten wir uns und verstauten das Gepäck in den oben gebliebenen Autos. Um 8:40 Uhr starteten wir unsere Auffahrt (bzw. den Aufstieg) Richtung Sennes-Hütte. Nach dem ersten kurzen Anstieg wird es sacksteil und diesmal versuchte ich mich gar nicht erst an der Auffahrt sondern bin gleich abgestiegen und habe geschoben. Die anderen hatten etwas mehr Motivation und insbesondere Basti und Wolfi sind zwar nicht alles, aber große Teile der wirklich extremen Auffahrt gefahren – Respekt!

Ich schob mein Rad die steilen Passagen hinauf und setzte mich nur in den wenigen flacheren Passagen wieder auf’s Bike um zu fahren. Nach ca. 50 Minuten erreichten wir das Rifugio Fodara Vedla und legten an der Kapelle eine kurze Pause ein. Ich kam wie immer als Letzter an, so dass es bald Richtung Sennes-Hütte weiter ging. Auch hier wechselten sich bei mir wieder Schiebe- und Fahrpassagen ab und schließlich erreichte auch ich um ca. 10:10 die Sennes-Hütte. Der Cappuccino war bereits bestellt und so saßen wir auf der Terrasse, trockneten unsere verschwitzten Klamotten in der Sonne und genoßen den Capu.

Eine halbe Stunde später ging es dann weiter Richtung Rifugio Munt de Sennes, an diesem vorbei und geradeaus weiter auf dem Weg Nr. 27 in das Val de San Berto. Hier zieht sich der Weg, zunächst fahrbar, dann zu schieben bzw. zu tragen weit nach hinten bis zum Abzweig des Weges Nr. 24A Richtung Sennesjoch. Wir aber hielten uns links und stiegen weiter hinauf bis zur Kletterpassage auf ca. 2.560 m. Wie bereits im letzten Jahr geschrieben ist die Stelle nicht ganz unkritisch! Mit dem Bike auf dem Rucksack und idealerweise zwei Händen am Fels braucht es hier schon eine gewisse Trittsicherheit und für Menschen mit Höhenangst ist das Ganze auch nicht unbedingt zu empfehlen!

Danach geht es relativ problemlos zuerst über den Wiesenhang, dann über Felsen dem Gipfel des Muntejela de Senes (oder auch Monte Sella de Sennes) entgegen, dessen Gipfelkreuz erst ziemlich spät sichtbar wird. Am Gipfel auf 2.787 m angekommen, eröffnete sich auch in diesem Jahr wieder eine Fernsicht, die seines Gleichen sucht – einfach gigantisch hier oben. Wir legten eine ausgiebige Pause ein, verspeisten die mitgebrachte Brotzeit, tranken unser Gipfelradler und machten jede Menge Fotos. Schließlich machten wir uns kurz vor 14:00 Uhr wieder auf den Weg nach unten, zunächst ziemlich technisch über und durch die Felsen, dann über den langen Wiesenhang ziemlich flowig bis zur Schlüsselstelle, an der es wieder hieß das Bike hinunter zu tragen. Auch das gelang wieder problemlos und so folgten wir dem Weg bergab, querten auch in diesem Jahr (diesmal etwas höher) wieder hinüber zum 24A und folgten diesem wieder hinauf bis zum Sennesjoch.

Tour- und GPS-Daten:

Entfernung:19,2 km
Uphill:1.405 Hm
Downhill:1.680 Tm

Hier begann dann wieder die etwas abenteuerliche Abfahrt (mit einigen Schiebepassagen) auf dem 24er über die Schotterreißn hinunter ins Munt de Gröpes und weiter auf dem 25er in das herrliche Val de Ciastlins, wo der geniale „vergessene Trail“ anfangs einfach und flowig, unten raus immer technischer, fast zum Schluß quasi unfahrbar und dann am Ende nochmal mit viel Speed wieder ins Rautal führt.

Am Kreidesee angekommen, gab es im diesmal geöffneten Chalet Le Dla Creda das verdiente Abschluß-Bier. Schließlich holten wir die restlichen Autos an der Pedrü-Hütte ab, packten unsere Bikes und Klamotten ein und machten uns auf den Heimweg nach München.

Ausgewählte Fotos:

Auch in diesem Jahr waren es wieder unvergessliche Tage mit den Rabe-Bike & Friends in den Fanes-Dolomiten! Die Landschaft und die Trails hier in der Gegend sind einfach nur genial. Hinzu kommt die ausgeprägte Gastfreundschaft und die positive Einstellung den Mountainbikern gegenüber. Es gab nur freundliche Wanderer und kein einziges böses Wort während der ganzen drei Tage!

Danke an Basti, Matthias, Matthias, Michl und Wolfi für’s dabei sein, es war wider mal super mit Euch!

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